Gunther Hülswitt

Aus alten Hölzern des Niederrheins, die häufig noch aus der Endzeit des zweiten Weltkrieges mit Granatsplittern versetzt sind, gestaltet Gunther Hülswitt großformatige Skulpturen. Die zunächst abstrakt wirkenden winkligen Strukturen seiner Arbeiten lassen sich bei genauerer Betrachtung als Körper in Bewegung deuten, ein Eindruck, der durch die handwerklich perfekt gezapften "Gelenke" als Verbindung der einzelnen Segmente noch verstärkt wird. Diese sichtbare Verzapfung drückt den Arbeiten Gunter Hülswitts seinen unverwechselbaren Stempel auf. Auch wenn Bewegung das Thema ist, setzt Gunther Hülswitt diese nicht in Dynamik um, er schafft in sich ruhende, ausbalancierte Skulpturen, die bestimmt werden durch das Spiel vom Körper und Raum, die Verteilung von Stütze und Last und die Harmonie zwischen Dynamik und Statik. Die großformatigen Holzarbeiten wandeln zwischen Bildhaftigkeit und Abstraktion. Sie wollen nicht abbilden, haben aber durch ihren Bezug zur Bewegung immer einen figürlichen Ursprung.

Ausgangspunkt der Skulpturen sind skizzenhafte Zeichnungen, die häufig durch Fotos von Sportlern in extremer Körperhaltung inspiriert wurden. Der Schnappschuss eines Falls kann sich durch die Drehung des Bildes zu einem Sprung wandeln. Diese veränderte Perspektive führt Gunter Hülswitt zu immer wieder neuen Studien. Aus der Skizze wird in einem zweiten Schritt eine Zeichnung in Tusche, Tinte oder Aquarell. Anhand der Zeichnung können erste Fragen der Umsetzung in die dreidimensionale Form angedacht werden. Die endgültige skulpturale Umsetzung erfolgt dann in Form sogenannter Maquetten, die Gunter Hülswitt als Modelle für seine großformatigen Skulpturen erstellt. Hier erprobt er die bildhauerische Umsetzung, statische Probleme, aber auch, wie Farbe die Skulptur verändert. Punktuell setzt er Farbe ein, sei es nur, um die Verzapfung der Skulpturen stärker hervorzuheben, oder aber, um ganze Flächen seiner Arbeiten stärker zu betonen. In den letzten Jahren nutzt Gunther Hülswitt auch die Technik der Feuerschwärzung, um eine Gegenüberstellung des farblichen Urzustandes des Holzes mit der Verkohlung durch das Feuer zu erreichen.